Berg- und Talfahrt

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

LITERATUR Ludwig Hohl war einer der großen verkannten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Dieser Tage wäre der Schweizer, dessen Armut und Einsamkeit legendär waren, hundert Jahre alt geworden. 

Es ist schon fast verdächtig, mit welcher Ehrfurcht seine berühmt gewordenen Schriftstellerkollegen aus der Schweiz von ihm und seinem schmalen Ruvre sprachen. Max Frisch zum Beispiel hat "am Rang dieses eigentümlichen Werks nie gezweifelt". Adolf Muschg meinte: "Dieses Werk hält das Gefühl dafür wach, was Dichtung sein kann: Wahrheit im Einzelnen, Hoffnung im Ganzen." Friedrich Dürrenmatt wiederum befand: "Hohl ist notwendig, wir sind zufällig. Wir dokumentieren das Menschliche, Hohl legt es fest", und weiter: "Ich kenne viele Schriftsteller. Ludwig Hohl ist der einzige, dem gegenüber ich ein schlechtes Gewissen habe."

  Das schlechte Gewissen rührte wohl nicht nur vom ebenso schmalen wie beeindruckenden Werk Hohls her, sondern auch von den Umständen, unter denen es entstand: Wie

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