Haiku und Honda

Kultur | ERICH KLEIN | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

LITERATUR Der neue Gedichtband von Ferdinand Schmatz tritt von Tokyo und Petersburg aus in Dialog mit den großen Dichtern der Moderne. 

Als "vergurkung der silben zum verständnisträchtigen, die zur beeinträchtigung des verstehens führt" hat Reinhard Priessnitz einmal die Misere zeitgenössischer Lyrik nach ihrem Scheitern in der konkreten Poesie charakterisiert. An diesem Befund hat sich in den letzten zwanzig Jahren nicht viel geändert: ein abwechselnd engagiert raunzendes oder stammelndes Raunen war das Ergebnis dichterischer Produktion. Unbeirrbar und wider alle Moden hat der 1953 geborenen Wiener Lyriker Ferdinand Schmatz am Projekt festgehalten, dem Verstummen des Dichters eine zeitgemäße Form zu geben, die sich weder in "Vergurkung" noch "Verständnisträchtigkeit" ergeht. Zentrales Thema (nach einem Titel von Schmatz' Essaybänden): Sprache, Macht, Gewalt.

  Die 59 Gedichte von Schmatz' neuem Gedichtband "tokyo, echo" ziehen den Leser unumwunden in ihren Sog. "Das Auge


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