STADTRAND

Auferstanden aus Ruine

Stadtleben | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

Nach zehn Jahren Bauzeit haben Denkmalschutz und fleißige Helferlein aus der baufällig gewordenen "römischen Ruine" im Schönbrunner Schlosspark wieder eine schicke und extrem stabile "römische Ruine" gemacht. Das klingt erst mal ziemlich seltsam, ist aber tatsächlich einen Sonntagsspaziergang wert. Denn in so eine barocke Gartenanlage, wie sie der Park rund um den Kaiserinnenpalast darstellt, gehören nun mal so Inszenierungen. Jetzt hätte man das Teil, das von Anfang an als Trümmerhaufen (ursprünglich hieß das Bauwerk "Ruine von Kathargo") geplant war, natürlich auch weiterhin vor sich hin gammeln und verfallen lassen können. Aber so frisch renoviert ist der Untergang des römischen Reiches natürlich gleich viel toller. Schade nur, dass das altertümliche Monument nicht - wie ursprünglich vorgesehen - zu begehen ist. Obwohl: Liebespaare werden sich schon wieder zum Schmusen hinter Fake-Säulen, Trümmern und künstlerisch zerstörte Statuetten verkriechen und dem leisen Plätschern der Wasserspiele lauschen. Schön, dass Schönbrunn nach all dem Ärger vom vergangenen Jahr um abgeholzte Hainbuchenhecken und ausgetrocknetes Gloriette-Gras endlich auch mal positive Schlagzeilen bekommt: Auferstanden aus Ruine, sozusagen. C. W.


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