Retrowühlen

Stadtleben | THOMAS PRLIC | aus FALTER 15/04 vom 07.04.2004

NEUER SHOP Secondhandbekleidung von Ewa Zbaraza gibt's jetzt an einem neuen Standort.

Als Ewa Zbaraza vor acht Jahren ihr Secondhandgeschäft in der Lindengasse eröffnete, war sie eine der Ersten am Platz, bei der sich Jungmenschen mit Retrokleidung eindecken konnten. Nur die "Jimmy's"-Secondhandläden gab's schon früher in der Gegend. Ewa - wie sie alle nennen - eröffnete später eine Filiale in der Schadekgasse. Das Souterrainlokal neben dem Café Ritter mutierte bald zum eigentlichen Hauptgeschäft, das nicht nur für seine forsche Chefin, sondern auch die Berge an Secondhandkleidern, Hemden, Hosen und Trainingsjacken bekannt war, durch die man sich dort wühlen konnte.

Nach beruflichen und privaten Turbulenzen sperrte die gebürtige Polin die alten Geschäfte zu und eröffnete vor kurzem einen neuen, allerdings um einiges kleineren Laden in einem Hinterhof in der Mariahilfer Straße. Auch wenn die Auswahl nun etwas weniger umfangreich ist - das schmuddelige Flohmarktambiente ist geblieben, DJs legen wieder regelmäßig im Geschäft auf, und das Angebot ist im Grunde auch dasselbe wie früher. Der Schwerpunkt liegt auf Sechziger- und Siebzigerware, darunter jede Menge günstige Trainingsjackerln (ab zwanzig Euro), aber auch Selbstgeschneidertes und neue Shirts aus Eigenproduktion. Die Achtziger hat Ewa ganz bewusst ausgelassen, "Es kauft einfach niemand Karottenhosen und Oberteile mit gepolsterten Schultern", meint sie. Das alte Geschäft in der Schadekgasse lässt sie derzeit von Architekten zu einem Modecafé umbauen, in dem künftig heimische Jungdesigner ihre Kollektionen ausstellen sollen. Die Modeschauen, die Zbaraza schon bisher gelegentlich bei diversen Partys veranstaltet hat, soll man nach der geplanten Eröffnung in eineinhalb Monaten dann auch direkt im eigenen Café bewundern können.

Ewas Second Hand, 6., Mariahilfer Str. 101, Mo-Fr 11-18, Sa 11-17 Uhr.


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