Private Krieger

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

IRAK Vier Männer werden getötet, ihre Leichen durch Falludscha geschleift. "Geschäftsleute", "zivile Aufbauhelfer" werden sie in den Medien genannt. In Wahrheit waren die vier moderne Söldner, Soldaten zum Mieten. 

Falludscha, nördlich von Bagdad. Ein aufgebrachter Mob zieht die Leichen von vier Männern aus ihrem ausgebrannten Jeep, schleift die Körper durch die Straßen, schändet die Toten. Zwei der übel Zugerichteten wurden später an einer Brücke über dem Euphrat aufgehängt. Kinder stehen dabei und jubeln.

  Die vier seien westliche Geschäftsleute gewesen, hieß es danach, zivile amerikanische Aufbauhelfer, deren Wagen in einen Hinterhalt geraten und mit Raketen beschossen worden war. Die grausige Tat erschien da plötzlich noch entsetzlicher: Da hatten keine Militärs, keine Invasoren, keine Besatzer den tödlichen Zorn der Iraker zu spüren bekommen, sondern Männer, die die Behaglichkeit des Westens hinter sich gelassen haben, um beim Wiederaufbau des Irak mit anzupacken.


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