LSD statt Le Corbusier

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

ARCHITEKTURGESCHICHTE Die Ausstellung "The Austrian Phenomenon" im Architekturzentrum Wien zeigt: Die Zukunft der Architektur begann in den Sechzigerjahren in Wien und Graz. 

Der Jubel ist groß, als der amerikanische Astronaut Neil Armstrong am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond betritt. Auch in Wien wird gefeiert. Die Architekturgruppe Haus-Rucker-Co veranstaltet in der Innenstadt, gesponsert von Afri-Cola, ein Mondessen. Ein 3,5 Meter großes und 150 Kilogramm schweres Stück Mond aus Kuchen mit Marzipankratern wird portioniert und an Passanten verteilt. Mit Wasserstoff gefüllte "Wiener Herz-Polster" steigen als Sympathiekundgebung für die Mondfahrer in die Luft, ein Heurigenquartett spielt Wienerlieder und die Popgruppe Expirations macht Musik.

  So zeigte sich damals die junge Architektur: als spielerischer Event, als ironischer Aktionismus, als Öffentlichkeitsarbeit einer Gruppe, die live sein wollte wie eine Rockband. Die neue Architektur ohne Bleistift verlässt das Studio


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige