Grausame Träume vom guten Leben

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

FILM "Monster" spielt auf zwiespältige Weise mit der Mythenbildung rund um "Amerikas erster Serienmörderin". 

Der deutsche Verleih gibt es spekulativ: Dem "Monster"-Schriftzug in Rot hat man auf dem Plakat den Vorspann "In Amerika nannte man sie das ..." vorangestellt. Komisch bloß, dass dieser Zusatz im amerikanischen Original fehlt; darüber hinaus gibt sich der Film von Patty Jenkins redlich Mühe, seine Heldin - die mehrfache Männermörderin Aileen Wournos - nicht als Ungeheuer zu zeichnen.

  Das zeitigt jedoch Probleme. Dass man sich Mühe gegeben hat, steht außer Diskussion; dass der Gegenstand des Films - Autobahnhure mit Alkoholproblemen erschießt während einer ziellosen Fahrt mit ihrer lesbischen Freundin gut ein halbes Dutzend Männer - nur mäßig mainstreamkompatibel ist, wird wohl auch niemand bestreiten. Eine Frage aber muss sich "Monster" (wie jeder andere Film auch) gefallen lassen: Warum erzähle ich diese Geschichte?

  Hier wird es schwierig, denn "Monster" erzählt


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