AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN LHOTZKY | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

Warum immer Wäscherinnen dabei waren, fragte bereits Terry Jones in seiner erstaunlichen BBC-Dokumentation über die Kreuzzüge. Und Bertolt Brecht wollte in seinen "Fragen eines lesenden Arbeiters" wissen, ob Cäsar nicht wenigstens einen Koch bei sich hatte. Den Wäscherinnen jedenfalls widmet Sabine Geldsetzer in ihrem Buch "Frauen auf Kreuzzügen 1096-1291" ein ganzes Kapitel. Im Grunde taten die mitziehenden Frauen nicht so viel anderes als daheim, nur halt unter etwas schwierigeren Umständen. Es gab aber auch Frauen, die im Kampf mitmachten, bei Plünderungen dabei waren oder für Kranke und Verwundete beteten. Wäscherinnen standen in einem schlechten Ruf. Die Kleriker nämlich sahen in ihnen bloß böse Verführerinnen - wohl deshalb, weil sie sich das Waschen, Putzen und Schrubben durch luftige Kleidung zu erleichtern trachteten.

  Zum wenigen Mittelalterlichen, das sich heute noch im kollektiven Gedächtnis findet, zählt neben den Kreuzzügen der Gang nach Canossa. Der deutsche


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