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Flamenco nuevo

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

Was der Tango den Argentiniern, das ist der Flamenco für Spanien: Beide sind zugleich Musik und Tanz, beide wurden zum einträglichen touristischen Klischee, blieben aber dennoch lebendig - und sind in den letzten Jahrzehnten immer wieder erfolgreich erneuert worden. Und ebenso wie der Tango ist auch der Flamenco für seine Aficionados mehr als nur eine Kunstform, sondern ein Lebensgefühl, und zwar ein schonungslos wildes.

Der Flamenco ist untrennbar mit der Geschichte der Gitanos, der andalusischen Zigeuner, verbunden und erzählt auch von ihrem Außenseiterdasein und ihrem trotz allem bewahrten Stolz. Vor allem aber ist er ein möglichst leidenschaftlicher und intensiver Ausdruck von Schmerz und Verzweiflung, dargebracht in einem Zwiegespräch von Stimme und Gitarre, begleitet von Händeklatschen, Fingerschnalzen und von Zurufen des Publikums.

Der Gitarrist Paco de Lucía leistete ab den Siebzigerjahren für den Flamenco das, was Astor Piazzola Jahre zuvor für den Tango getan hatte:


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