Parsifal, der Demokrat?

Kultur | KARL DUFFEK | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

OPER Die Wiener Neuinszenierung von Richard Wagners Bühnenweihfestspiel "Parsifal" durch Christine Mielitz will dessen Säkularisierung zu Ende führen.

Claude Debussy, der aus seiner Ablehnung Wagners sonst kein Hehl machte, bewunderte die Musik des "Parsifal". Es ist die Unortbarkeit und Uneindeutigkeit des Komponierten, die der Moderne den Weg weist: Heftiger noch als im Frühwerk Schönbergs wird an die Grenzen der Dur-Moll-Tonalität gestoßen. Pierre Boulez beschreibt das Faszinosum der gewonnenen musikalischen Eigengesetzlichkeit: "Dieses in beständigem Werden begriffene Material lässt eine deutliche Ablehnung der Fixierung erkennen, es verrät eine Abneigung, musikalische Ereignisse zu stabilisieren, solange sich ihre Entwicklungs- und Erneuerungsmöglichkeiten noch nicht erschöpfen."

  Dem Dirigenten Boulez und Regisseuren wie Wolfgang Wagner oder Harry Kupfer verdanken wir es auch, dass in den Siebzigerjahren die traditionell gepflegte Aura des "Parsifal" gründlich infrage


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