SPIELPLAN

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

Selbstmord vollzieht sich in vielen Fällen unglaublich ordentlich, stellte der bayrische Autor Franz Xaver Kroetz erstaunt fest, als er Anfang der Siebzigerjahre Polizeiberichte studierte. Daraus entstanden ist das wortlose Einpersonenstück "Wunschkonzert", das sich wie eine lange Regieanweisung liest und ebenso trocken wie anrührend den ganz normalen Abend einer allein lebenden Frau in ihrer Wohnung durchspielt - der diesmal allerdings mit einer Überdosis Schlaftabletten endet. Maria Happel hat vor einigen Jahren im Vestibül eine stille und traurige Ordnungsstudie daraus gemacht, im Rabenhof (bis 28.4.) will Regisseur Anatole Sternberg mehr - verliert aber zwischen Live-Überwachungskameras und Dauerbeschallung mit Fernsehnachrichten seine Hauptdarstellerin. Josefstadt-Stern Sandra Cervik bleibt seltsam blass und als Figur undeutlich. Was im Gedächtnis bleibt, ist einer der umständlichsten Theaterwitze aller Zeiten: Allein im Bad vor dem Spiegel, steht plötzlich der Tod hinter


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