Fragen Sie Frau Andrea

Fights Tanz

Stadtleben | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

Liebe Frau Andrea,

wer war der Heilige Veit, der so vielen Orten in Österreich seinen Namen gab? "Fight" war wohl kein Engländer, dessen Name von

mittelalterlichern Kärntnern falsch verstanden wurde? Für Ihre Antwort dankt Christian B., Internet

Lieber Christian,

die "Sankt Fights" an der Glan und der Gölsen, am Vogau, in Defereggen und Sexten, im Pongau, Jauntal, Mühl- und Innkreis, bei Feldkirchen, Neumarkt, Gratkorn, Telfs, Völkermarkt, in Klagenfurt und in der Gegend, nicht zu vergessen das als U4-Station bekannte Ober-Sankt-Veit, sind alle nach Vito (lat. Vitus) benannt. Der Sohn einer reichen Familie aus Mazaro del Vallo an der Südwestküste Siziliens lebte im sechsten Jahrhundert und wurde - nachdem er den Sohn des Kaisers von Besessenheit geheilt hatte, in einen Kessel siedenden Öls geworfen, wovon sich übrigens der Ausdruck "Veitstanz" für hypermotorische Zuckungen aller Art ableitet. Der Kult um St. Veit, einen der 14 Nothelfer, wurde rasch populär, die Knochen San Vitos kamen über Unteritalien nach Frankreich, wo ein großes Zentrum seiner Verehrung entstand. Aus dem Kloster Corvey soll der Arm stammen, für den Herzog Wenzel in Prag eine eigene Kirche bauen ließ, den heutigen Veitsdom. Der Verehrung für St. Veit liegt ein älterer, vorchristlicher Kult zugrunde, der für den slawischen Lichtgott Svantevit. Sankt Svantevit ist der Patron der Apotheker, Bergleute, Bierbrauer und Gastwirte, der Tänzer und Besessenen, Tollwütigen, Schauspieler und vom Blitz Getroffenen.

"Fragen Sie Frau Andrea" gibt es

auch als leiwandes Falter-Buch!

dusl@falter.at


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