VIENNA-CITYBIKE

Rad fürs Volk

Stadtleben | JULIA ORTNER | aus FALTER 16/04 vom 14.04.2004

Am 7. Mai 2002 begann in Wien ein kurzer Traum vom realen Sozialismus. Um zwei Euro Einsatz konnte man sich an einem von 235 Standorten ein Fahrrad ausleihen und durch die Stadt kurven. Die Wiener liebten das neue Gratisspielzeug für alle so, dass sie sich von ihren Viennabikes gar nicht mehr trennen konnten. Schon nach einer Woche war die Hälfte der Räder verschwunden. Da halfen keine "Rad-Sheriffs" und kein noch so engagiertes Vernaderertum. Noch im selben Sommer war das Gratisrad fürs Volk tot. Zumindest in seiner ursprünglichen Form.

  Denn das rot-grüne Vorhaben, eines der 23 gemeinsamen Projekte der Wiener SPÖ mit den Grünen, kam im Frühling darauf wieder - etwas weniger ambitioniert, dafür mit mehr Realitätsbezug. Der ehemals stadteigene Außenwerber Gewista bekam den Zuschlag für sein Konzept des Stadtrads, das nun Vienna Citybike heißt. Nur dass es nicht mehr Fahrräder als zuvor geben wird, was bei einer Millionenstadt sinnvoll wäre - sondern statt 1500 sogar um


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