Presseschau

Medien | Gerald John | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

Hans Dichand wird vorsichtig. Der ewige Krone-Chef begibt sich nach einigen geflopten Kampagnen (gegen Schwarz-Blau, gegen Abfangjäger) immer öfter auf das von seiner Zeitung bislang eher spärlich erforschte Gebiet der Äquidistanz. Zum Beispiel bei der Präsidentenwahl: Weder Cato (Dichand selbst) noch die Leserbriefschreiber (vermutlich auch Dichand selbst) konnten sich auf einen Sieger im TV-Duell einigen. Sogar die Inserate scheinen wohl austariert; ihre Reihenfolge verrät allenfalls etwas über die ungleichen Wahlkampfdbudgets der Kontrahenten. Während Benita Ferrero-Waldners Nato-Kurs in der Sonntagsausgabe auf Seite 6 anonym gebasht wird, wärmt die ÖVP-nahe Inititiative "res publica" auf der prominenteren Seite 2 das unbewiesene Kreisky-Zitat über den "Heinzi", der immer "am Klo" ist, auf. Die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit verschwimmt aber auch im Sportteil. Zum 10. Todestag von Ayrton Senna ("Als die Sonne vom Himmel fiel") verrät Formel I-Guru Heinz Prüller endlich, was der legendäre Weltmeister der Nachwelt hinterließ: "Sein Vermächtnis? Das längste TV-Interview, dass Ayrton je machte, hat er mir gegeben."


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige