STANDPUNKT

Spenden für Brave

Politik | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

Die Hand, die einen nicht beißt, wird gefüttert. Dieser Logik folgt ein Initiativantrag, der momentan im Parlament kursiert. Das Gute an dem Papier: Spenden sollen endlich steuerlich absetzbar werden - eine Forderung, die gemeinnützige Vereine schon seit Jahren einbringen. Der Haken an dem Antrag: Nicht alles, was hilft, wird steuerlich begünstigt. Lediglich NGOs, die "brav" sind, sollen bevorzugt werden. Geld für Altenpflege, Behindertenbetreuung, Familienfürsorge und Ähnliches wird dann in der Steuererklärung als Spende anerkannt. Flüchtlingshilfsorganisationen, die den Innenminister in den vergangenen Jahren heftig attackierten, hingegen nicht. Auch Menschenrechtsorganisationen wie amnesty international, die ebenfalls immer wieder den Umgang des offiziellen Österreich mit den Grundrechten kritisieren, Frauenhäuser oder Umweltgruppen sind explizit von der Spendenabsetzbarkeit ausgenommen. Sogar die Tierschützer wurden vergessen. Dabei kann jede Regierung mittels Subventionen ohnehin bestimmen, was vom Staat gefördert wird. Das sollte Einfluss genug sein. In anderen EU-Ländern ist das einzige Kriterium für die Absetzbarkeit von Spenden die Gemeinnützigkeit des Vereins. In Östereich möchte man hingegen den Menschen lieber gleich vorschreiben, welche Organisation eine Spende wert ist und welche NGO leer ausgehen soll. N. H.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige