Kommentar

Rock 'n' Roll: Mit 50 in die Frühpension?

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

Popjubiläen sind ein schwieriges Thema. Ob sich die britische Punkrevolution zum 25. Mal jährt, die Rolling Stones vierzig werden oder Kurt Cobain seit zehn Jahren tot ist - die zugehörigen Rück-, Um- und Ausblicke pendeln gerne zwischen Verklärung, Häme und ausgemachtem Blödsinn. Dementsprechend dürfte es in den nächsten Monaten noch drunter- und drübergehen, wenn der alten Tante Rock 'n' Roll allerorts zum Fünfziger gratuliert wird. Thomas Gottschalks weitgehend zwischen Schlagerparade und Zombieball angesiedelter öffentlich-rechtlicher TV-Beitrag zum Thema war letzten Samstag ja schon ein "würdiger" Auftakt dazu.

Dabei ist das Geburtsjahr ohnehin nicht unumstritten. Als Begriff existiert Rock 'n' Roll schon weit länger (im afroamerikanischen Slang war damit einst die sexuelle Vereinigung der Leiber gemeint), und auch im Popkosmos streiten Experten über die erstmalige Verwendung des Worts und die erste Rock-'n'-Roll-Aufnahme an sich. Alan Freed will etwa bereits 1951 von


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