Kandinskys Schattenseite

ERICH KLEIN | Kultur | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

KUNST Zwischen Revolution und "entarteter Kunst": Eine Schau im BA-CA Kunstforum zeigt den frühen Wassily Kandinsky als Entdecker der Abstraktion - und lässt dabei Arnold Schönbergs gewichtigen Vorwurf des Antisemitismus unter den Tisch fallen. 

Wassily Kandinsky - das heißt Farbe, Moderne, Rettung der Welt mit den Mitteln von Leinwand und Pinsel aus dem Geist der Abstraktion. Für den Malerkollegen Hans Arp war Kandinsky ein "Dompteur der Sterne", der mexikanische linke Monumentalist Diego Riviera bezeichnete ihn als "größten Realisten", der Komponist Pierre Boulez als eine der "prägenden Erscheinungen" des 20. Jahrhunderts. Tatsächlich leuchtet seine ab dem Jahr 1910 entstehende Bilderwelt voller Mysterien der Oberfläche wie ein Ruhepol durch ein Jahrhundert der Weltkriege.

  Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch den Umstand, dass Kandinskys Arbeiten gleichermaßen bei den Nazis, die seine Bilder 1937 in der Ausstellung "Entartete Kunst" vorführten, und bei den Kommunisten

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