Re-Make/Re-Model

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

MUSIK Softpop, Disco und Glamrock: Die Scissor Sisters und Jason Forrest kennen mit ihrem Retropop keinen Genierer. 

David Bowie bewies ein gutes Maß an Selbstironie, als er sein letztjähriges Album "Reality" mit dem Song "Bring Me the Disco King" beendete. Der einstige Glampopkönig tauschte die hedonistische Discowelt darin gegen eine kleine Jazzbar, in der ein alternder Nachtschwärmer mit der eigenen Vergänglichkeit hadert. Bowie konnte zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, dass sich fünf überdrehte Vögel in seiner Wahlheimat New York schon sehr bald selbst zu einer musikalischen Reise in die Siebzigerjahre begeben, dem Disco King als Rolemodel neues Leben einhauchen und als Scissor Sisters die internationale Popwelt begeistern sollten.

  Auf ihrem schlicht "Scissor Sisters" betitelten Debütalbum feiern Paddy Boom, Babydaddy, Jake Shears, Ana Matronic und Del Marquis entwaffnend unschuldig die Gunst der späten Geburt. Unbekümmert vermengen sie butterweichen Siebzigerjahre-Softpop


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