AUFGEBLÄTTERT

Kultur | VERENA MAYER | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

So ein Schriftstellerleben kann eigentlich ganz nett sein. Man hat nicht viel zu tun, hängt in Bars ab und trifft sich mit Fans der eigenen Texte, die passenderweise weiblich, ledig und jung sind und nur darauf warten, vom Schriftsteller flachgelegt zu werden. So sieht es jedenfalls der tschechische Autor Michal Viewegh. Seine "Geschichten über Sex und Ehe" haben allesamt einen erfolgreichen Schriftsteller zum Protagonisten, der es in puncto Sexbesessenheit gerne mit den Helden von Philip Roth aufnehmen würde, es in der Praxis aber nur auf das Niveau der sehr frühen Filme von Franz Antel bringt. Vieweghs 22 Kurzgeschichten spielen auf Blockhütten oder Bauernhochzeiten und folgen einer fixen Dramaturgie: Mann kommt wohin, trifft auf junge Frau, die nicht viel im Kopf hat, und schon geht es zur Sache - mit dem Autor, da gibt's ka Sünd. In der Einleitung erklärt uns Viewegh, dass er das Thema Sex aus "mehr oder weniger persönlichen Gründen" gewählt habe: Tschechischen Sexologen zufolge


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