Handwerk statt Virtuosität

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

FILM Augenzwinkernde Plaudereien, stümperhafte Regie: "Kill Bill, Vol. 2" von Quentin Tarantino hat bloß noch am Rande mit Kino zu tun. 

Die Braut sieht wieder mal blendend aus. In der ersten Szene fährt sie im Cabrio eine Landstraße entlang. Graumetallic die Bilder, düster ihre Gedanken. "I roamed and I roared", sagt sie mit festem Blick in die Kamera: fürs Publikum das Versprechen - der Rachefeldzug geht weiter.

  Dabei ist "Kill Bill, Vol. 2" weniger die Fortsetzung von "Vol. 1" als vielmehr dessen Komplement. "The Godfather, Part II" mag Pate dabei gestanden haben, denn wie dort greift die Geschichte auch hier weit hinter den Anfang des ersten Films zurück. Dabei lässt es Quentin Tarantino aber keineswegs bewenden; stattdessen scheint er's geradezu drauf anzulegen, den ersten durch den zweiten Teil quasi Punkt für Punkt zu widerlegen. Dialoge statt Action. Schuss-Gegenschuss statt Kamerachoreografie. Landschaften statt Urbanität. Kleinwagen statt Pussy-Wagon. Johnny Cash


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