STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

Das wirst du nie verstehen", diesen Satz, den eine ihrer drei "Großmütter" im Interview wie eine Mauer zwischen die eigenen Erfahrungen und die für ihren Geschmack allzu forschen Fragen der Enkelin stellt, machte die Wiener Filmakademiestudentin Anja Salomonowitz zum Titel ihres Dokumentarfilms. Darin sprechen drei Frauen, die zum Zeitpunkt der Machtergreifung durch die Nazis etwa so alt waren wie Salomonowitz und ihre Schwester heute, über das Ende ihrer Jugend: Hanka Jassy, die Großtante, überlebte Auschwitz. Gertrude Rogenhofer, das Kindermädchen, war Sozialistin und unterstützte ihren Onkel im Widerstand. Und Margit Kohlhauser, die gutbürgerliche Großmutter, lebte während des Krieges in Graz und übersah, was sie nicht sehen wollte. "Das wirst du nie verstehen" ist ein sehr persönliches, technisch und dramaturgisch nicht immer ganz perfektes, aber wahrscheinlich gerade deshalb so sympathisches Dokument, das durch den kommentierend aus dem Off eingesprochenen Text der Regisseurin eine zusätzliche Reflexionsebene gewinnt.

  Eine 180-Grad-Drehung bringt die restlichen Kinostarts der Woche: "50 First Dates", eine Romantic Comedy für Kinogeher mit Gedächtnisschwund oder all jene, die weder "Groundhog Day" noch "Memento" gesehen haben: Adam Sandler muss Drew Barrymore, der die short term memory fehlt, täglich aufs Neue beminnen. In "Pieces of April", einer Thanksgiving-Familienkomödie, die hierzulande ob ihres Titels im Frühjahr startet, macht "Dawson's Creek"-Pausbäckchen Katie Holmes einen auf Grunge-Goth-Girlie. Und dann ist da noch, last and least, "Tödlicher Umweg", ein klassischer Europudding, den man laut Ö-Co-Produzent Dieter Pochlatko ("Der Bockerer III") in Kärnten drehte, "weil die Förderung dort besonders unbürokratisch ist". Na danke, Jörg.


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