PHETTBERGS PREDIGTDIENST

Tamara Stadnikow gibt nicht auf!

Stadtleben | aus FALTER 17/04 vom 21.04.2004

... Dann ließen sie die Apostel auspeitschen ...

Apg 5,27-32.40b-41 (1. Lesung am 3. Ostersonntag eines Lesejahres C)

Ich bin 1969 nach Wien gekommen, vom flachen Land, habe bei der Raiffeisenbank gearbeitet, schön langsam den Ewald kennen gelernt, und zufällig das erste Mal, wo wir ins Theater gingen, war die junge Kabaretttruppe Der Bunte Wagen. Die spielten in der Auerspergstraße, wo sich jetzt das Theater beim Palais Auersperg befindet. Und hatten versaute Bluejeans an. Jedenfalls junge Burschen waren auf der Bühne, mit was Engem um Ärsche und Schenkel. Und es ist komisch, ich erinnere mich nur, dass es schwierig war, aufs Pissoir dort zu gelangen - die Muscheln waren weiß und auf der anderen Seite, bilde ich mir ein -, und es musste drei Stufen zu ihm hinabgestiegen werden dabei. Und wir sind öfters hingegangen. Und ich bilde mir ein, ich mache so was nur, wenn mich Schenkel locken. Eine wesentliche Rolle in diesem Ensemble spielte meine nunmehrige Prinzipalin im Kabarett Stadnikow. Jetzt hat eben Tamara selbst wieder ein Programm herausgebracht: "Best of ,Simpl wie früher'" Und ich wünschte ihr so sehr volle Häuser. Sie soll sich freuen können, stolz auf sich sein, dass sie nicht vergessen ist, dass sie eine so attraktive Frau geblieben ist, dass sie das Zeug dazu hat, ein Publikum mitzureißen.

  Tamaras größter Zorn gilt einer reichen Blauen, die ständig sauft, aber auch freiheitlich ist, für ihren Jörgi schwärmt und Bourbon säuft, und schimpft über die Roten, Grünen und Schwarzen, und hat einen Hund, der aber schon gestorben ist, und jetzt neu ist, sozusagen. Es handelt sich um "Madam Hombrella an der Bar" und Stunden um Stunden strudelt sie den Barmann an, säuft Bourbon, räsoniert, dass alles ständig schlechter wird, und trägt ein atemberaubend rotes Kleid, und hat dabei die schönsten Beine, die sie zeigt. Viele Nummern, Lieder, Chansons, überhaupt viel Musik. Am Klavier begleitet von Andreas Plank. Und sie kann singen!, hat das Reinhart Seminar, stammt väterlicherseits von Russland ab, ist mit Ivan Rebroff aufgetreten, war mit Alf Poier beim Songcontest - und jetzt kommen so wenige Leute.

Die ungekürzte Version des "Predigtdienstes" ist über www.falter.at zu abonnieren.


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