STANDPUNKT

Keine Alternative?

Politik | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

T.I.N.A. lautete einst das Credo der englischen Iron Lady Maggie Thatcher - "There Is No Alternative". Sieht man sich die österreichischen Straßenbauprojekte im Zuge der EU-Osterweiterung an, fallen den zuständigen Politikern auch hier keine Alternativen zu neuen Autobahnen ein. Speziell in Wien und Niederösterreich soll planiert werden, was das Zeug hält. Gute Verbindungen in die neuen EU-Staaten sind begrüßenswert. Neue Asphaltschlangen quer durchs Land sind aber die falsche Lösung. Die Bevölkerung im Osten wird bald merken, dass schnelle Straßen die Lebensqualität nicht verbessern. Zwar ist der Wochenendtourist mit einer neuen Autobahn schneller in Prag - spürbarer werden aber die Lkws sein, die die geplanten Schnellstraßen als Abkürzung ihrer Transitwege nützen und so ein Problem nach Wien bringen werden, das bislang nur der Westen Österreichs kannte: den Transitverkehr. Schon 2010, so die Schätzungen, werden dreimal so viele Brummis wie heute über die neu errichteten Oststraßen zischen und fast 900.000 Tonnen Kohlendioxid ausstoßen. Die Alternativen zum Verkehrschaos sind altbekannt: Mehr öffentlicher Nahverkehr, bessere Zugverbindungen in den Osten und Kostenwahrheit im Straßenverkehr. Sollte das nicht bald passieren, können sich die Wiener in Zukunft die Tiroler Schützen zum Autobahnblockieren importieren. N. H.


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