Fidel in die Hofburg

Politik | GERALD JOHN und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

PRÄSIDENTSCHAFT Der Sozialdemokrat Heinz Fischer hat gewonnen. Warum der rote Retro-Charme auch bei den nächsten Wahlen ziehen könnte. 

Die Granden sind längst abgezogen, die Techniker vom ORF rollen gerade die letzten Meter Kabel ein. Die Genossen im Festzelt fühlen sich schon unbeobachtet - und lassen der Euphorie freien Lauf. Wilde Kosakenchöre lösen sich mit wehmütigen Hymnen auf die kubanische Revolution ab. "Russland, Russland" grölen die Fischer-Fans, als sie zu einer slawischen Polka im Kreis hüpfen; oder singen sie gar "Moskau, Moskau"? Dann hallen wieder die Wortfetzen "communista libertad" durchs Zelt.

  Hat die ÖVP-Propaganda am Ende doch Recht gehabt? Schleicht mit Heinz Fischer der Sozialismus durch die Hintertür in die Hofburg? Egal - die Wähler schlugen die Warnungen der Schwarzen jedenfalls in den Wind. 52,4 Prozent wählten den SPÖ-Kandidaten am Sonntag zum neuen Bundespräsidenten. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner blieb mit 47,6 Prozent letztlich

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