Die Heimkehrerin

NINA HORACZEK | Politik | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

ESTLAND Ihre Eltern flüchteten vor den Sowjets. Nun kann Imbi Sooman wieder nach ihren estnischen Wurzeln forschen. 

Plötzlich war diese Sprache, die bei uns nur zu Hause gesprochen wurde, überall zu hören und zu lesen. Auf den Schildern, auf der Speisekarte, wohin man blickte, stand Estnisch." Auch die Hauptstadt überraschte: "Ich hatte mir Tallin grau, weil sowjetisch, vorgestellt. Tatsächlich war es eine gemütliche Altstadt, die bürgerlich wirkte." Imbi Sooman hat das Land, aus dem ihre Eltern vor den Sowjets ins schwedische Exil geflohen waren, erst spät kennen gelernt. 1979 erhielt sie über das Rote Kreuz einen Brief ihres totgeglaubten Halbbruders und machte sich auf den Weg in die kommunistisch regierte Sowjetrepublik. Schon damals, zu UdSSR-Zeiten, sei Estland anders gewesen, meint die Universitätsprofessorin für Finno-Ugristik: "Die Esten konnten in der kommunistischen Zeit finnisches Fernsehen empfangen und wussten, was in der Welt vorgeht." Man lebte nach dem Motto

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