FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

Die Familie und ihre Abgründe - ein nahezu unerschöpfliches Thema, das uns bis in die dämlichste Fernsehserie hinein verfolgt. Die Frage ist bloß, wie klischeehaft die Mütter, Väter und Kinder da in ihren Beziehungen zueinander dargestellt werden. In der Pseudoechtzeitserie "24" (Fr, 23.55 Uhr, ORF 1) wird zum Beispiel ein traditionell verlogenes Familienbild entwickelt, das ständig den wirklich spannenden Handlungssträngen in den Weg kommt. Wenn Jack wieder mal seine dämliche Tochter sucht (um die er sich eh nie wirklich geschert hat, weil er vor lauter Leuteumbringen keine Zeit für sie hatte) oder der geschiedene US-Präsident sich wieder in seine fiese, aber ach so loyale Ex zu vergucken droht, vergeht einem der Spaß an den bösen Terroristen. Erfrischend anders und unamerikanisch geht es da bei den "Simpsons" (Sa, 17.30 Uhr, Pro 7) zu. Homer, der gerade mal wegen eines Streits mit Gattin Marge bei schwulen Freunden wohnt und dort auch die Vorzüge der Kosmetikindustrie kennen lernt, würgt Bart, weil der frech ist. Bart: "Dad, deine Hände sind aber weich!" Homer: "Lancôme." Bart: "So sanft bin ich seit meinem vierten Lebensjahr nicht mehr gewürgt worden." Großartig.


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