Puccinis Triumph

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

MUSIKTHEATER Ausgerechnet mit "Madama Butterfly", der naivsten Oper Giacomo Puccinis, sorgt die Volksoper für eine echte Überraschung. 

Die Farbenpracht des französischen Impressionismus, Richard Wagners strenge Idee der Leitmotivik, im Gesang jede Menge Italianità und dazu fernöstlich-exotische Orchesterklänge - all das in einer einzigen Oper. Giacomo Puccini (1858-1924) war nicht nur der geniale Schöpfer der unwiderstehlich süßesten Melodien der Operngeschichte, er hatte zudem das Talent, die unterschiedlichsten internationalen Einflüsse in seiner Musik zu vereinen, und war in diesem Sinne vielleicht sogar modern. Nur eines war er sicher nicht: zukunftsweisend.

  An der Wiener Staatsoper ist der Anachronismus seiner Musik derzeit besonders deutlich zu erleben, in einer Doppelaufführung, die Puccinis Buffo-Oper "Gianni Schicchi" mit Arnold Schönbergs ebenfalls um 1918 entstandener "Jakobsleiter" kombiniert: hier der übersteigerte Sentimentalist, der im Blick zurück das

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