O Brother, where art Thou?

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

FILM Patrice Chéreaus kleiner Film "Son Frère" ("Sein Bruder") erzählt von zwei Brüdern, die im Angesicht des Todes wieder zueinander finden. 

Son Frère" beginnt am Meer: Den Blick gen Horizont gerichtet, sitzen drei Männer auf einer Bank. Schließlich beginnt der Älteste, der Kleidung nach ein Fischer, zu reden: "Die Leichen finden immer ihren Weg zur selben Stelle, als hätten sie sich verabredet." Er spricht das mehr ins Abseits als zu dem Brüderpaar neben sich, doch so orakelhaft seine Beobachtung wirkt, so birgt sie doch die Grundüberzeugung, die Patrice Chéreaus jüngste Arbeit transportiert: dass nämlich der menschliche Körper (von dem schon Chéreaus skandalisierter Film "Intimacy" handelte), ein ganz eigenes, tiefes Bewusstsein besitzt, sobald er einmal von der Alltagsratio befreit ist.

  Thomas (Bruno Todeschini) hat vor kurzem erfahren, dass er an einer seltenen Blutkrankheit leidet. In seiner Not taucht er nach Jahren der Kontaktlosigkeit bei seinem jüngeren Bruder


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