Bauernschlauer Balkan

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

FILM Die bosnisch-österreichische Komödie "Gori Vatra" zeichnet ein satirisches Bild vom Nachkriegsbosnien und der internationalen Aufbauarbeit. 

Bosnien-Herzegowina, zwei Jahre nach dem Abkommen von Dayton: Ehemalige Nachbarn stehen sich an der Grenze zwischen der Föderation und der serbisch dominierten Republika Srbska als Feinde gegenüber; wenn der lokale Strizzi Zigaretten, Huren und chinesische Flüchtlinge von Montenegro nach Kroatien verschiebt, hält der Dorfpolizist selbstverständlich die Hand auf.

  Die Schule ist ein Puff, die Kirche ein Lagerhaus geworden: Willkommen in TesÇanj, einer "Musterstadt" Balkaniens und Spielort der Nachkriegssatire "Gori Vatra" (zu Deutsch: "Feuer!"). Dass einem manches bekannt vorkommt, ist kein Zufall: Den meisten der wenigen Spielfilme aus Ex-Jugoslawien, die bei uns regulär ins Kino kommen, ist eine spezifische Form des burlesken, schwarzen Humors eigen. "Gori Vatra" (Regie: Pjer ZÇalica) macht da keine Ausnahme: Die Kriegsgräuel der


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