Realismus der Gefühle

Kultur | CHRISTIAN CARGNELL | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

FILM Maurice Pialat (1925-2003) zählt zu den großen unbekannten Regisseuren des europäischen Nachkriegskinos. Das Filmmuseum widmet dem unsentimentalen Humanisten eine umfassende Retrospektive I

Paris 1979. Dreharbeiten zu "Loulou". Isabelle Huppert und Guy Marchand besprechen eine Szene mit ihrem Regisseur. Die Stimmung ist gereizt. "Ich würde sagen, wir richten uns so richtig ein", meint Marchand. "Wir müssen schlicht bleiben, uns gerade nicht einrichten", antwortet Pialat.

  Maurice Pialat hat es seiner Umgebung nie leicht gemacht - und noch weniger sich selbst. Schonungslos urteilt er im Nachhinein über seine Arbeiten; und bringt es in vierzig Jahren - wegen eigener Skrupel und weil einige Projekte, wie er es nennt, "obstruiert" wurden - neben frühen Kurzfilmen auf gerade einmal zehn Kinospielfilme und den Fernseh-Siebenteiler "La Maison des Bois" (1970). "Ich bin sehr stolz auf Ihre Buhrufe und Pfiffe!", ruft er ins Publikum, als ihm 1987 in Cannes für "Sous le soleil du


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