Jessica rennt

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

LITERATUR Zwischen Jobsuche und Jogging, Blowjob und Businesslook: In "Jessica, 30." schickt Marlene Streeruwitz ihre Heldin aufs Laufband weiblicher Identitätssuche. 

Zu Beginn und am Ende des Romans stehen drei Punkte. Das war's dann aber (fast) schon. So, als wären die finalen Satzzeichen kontingentiert, und die Autorin hätte diese in ihren bisher erschienenen Romanen aufgebraucht. Bislang jedenfalls war Marlene Streeruwitz für ihr mitunter bis auf die Schwundstufe einzelner Wörter reduziertes Hauptsatzstakkato bekannt, um nicht zu sagen: berüchtigt. Nun, mit ihrem jüngsten Roman scheint alles anders zu sein; diesmal sind die Beistriche dran - Tausende von Beistrichen.

  "Jessica, 30." heißt Streeruwitz' jüngster Roman (der Trademark-Punkt im Titel ist geblieben), und die zwei Mal drei Punkte, zwischen denen der Bewusstseinsstrom der Titelheldin dahinrauscht, wollen besagen, dass hier der gute alte Anspruch auf die sinnfällige literarische Repräsentation eines ganzen Lebens(abschnittes)


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