KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

Das Persönliche ist politisch", lautete ein Kampfspruch der feministischen Bewegungen Anfang der Siebzigerjahre. In der Kunst tauchten zu dieser Zeit - nicht zuletzt im Zuge der Body-Art - eine Menge gemalter, getöpferter, fotografierter oder in Performances entblößter Brüste und Vaginen auf. Was damals eine Aufwertung von Weiblichkeit befördern sollte, wirkt heute oft blamabel. Dennoch gibt es feministische Arbeiten mit vordergründiger Botschaft, die als "cool" gelten. Die Kanonisierung feministischer Kunst ist ein Thema unter vielen, das die facettenreiche Ausstellung "The personal is political, und peinlich" in der Kunsthalle Exnergasse (bis 29.5.) anschneidet. Die Künstlerinnen Tanja Widmann und Michaela Pöschl begreifen das Gefühl von Peinlichkeit als Reaktion auf einen Regelverstoß: Was als unpassend empfunden wird, hängt immer vom Kontext ab.

  Auf den ersten Blick wirkt die Schau wie ein Agit-Prop-Manifest. Die Sprüche an den Wänden entpuppen sich bei genauerem Studium


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige