NÜCHTERN BETRACHTET

Wie ich einmal zu sehr gebremst wurde

Kultur | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

Unlängst war mir einmal danach, etwas total Verrücktes zu machen. Ich finde, dergleichen sollte auch Herren aus der Prä-Skateboard-Generation möglich sein. Ich hatte mich an diesem frühlingshaften Nachmittag in den beliebtesten Biergarten des grundsympathischen zweiten Wiener Gemeindebezirkes begeben, um der Lektüre feministischer Romane durch den Verzehr von Rohscheiben, Rettich und adäquaten Begleitgetränken einen würdigen Rahmen zu verpassen. Das Wetter und der Kellner, der wiederholt mit dem unwiderstehlichen Satz "Nemma no ans?" vorstellig wurde, wollten es, dass mir das Druckluftgezapfte gut ins Blut ging und ich auf diese Weise in eine angenehme und durchaus gewollte Trunkenheit geriet, denn gewiss hätte ich das Ansinnen des tüchtigen Servierburschen auch mit einem brüsken "Hoho, junger Freund, wo denken Sie hin?!" von mir weisen und die Rechnung verlangen können. Das tat ich indes erst, nachdem ich die freundliche Frage zwei Mal bejaht, dem Begehr fremder Herren, an


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