STADTRAND

Was ist im Küberl?

Stadtleben | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

Sie ist ein Falter, aber ein nicht so guter: die Kastanienminiermotte. Die Viecher legen ihre Larven in den Blättern ab und machen, dass diese bereits im Juni braun werden und abfallen. Der gemeine Kleinschmetterling wurde erstmals 1989 in Oberösterreich bei der unerlaubten Entlaubung beobachtet. Vor zehn Jahren sichtete man ihn dann auch in Wien. Seither bereitet er Stadtgärtnern und Kastanienbaumbesitzern ganz schön Kopfzerbrechen. Im Kampf gegen den Schädling züchtete man mittlerweile natürliche Feinde (das ist aber sehr mühsam und kostspielig), räumte im Herbst das Laub in Windeseile zusammen (immens arbeitsaufwendig) und nebelte die Mottenlarven mit Pflanzenschutzmitteln ein (soll angeblich unschädlich sein für Menschen, Tiere und Autolacke). Nun wollen die Mott-Busters die Miniermotte biologisch bekämpfen. Das erklärt auch, wieso an vielen Kastanien seit ein paar Wochen mistkübelgroße, grüne Plastikbehälter hängen. Was soll die Tonne auf dem Kastanienbaum, werden sich schon viele gefragt haben. Motten locken, lautet die einfache Antwort. Und zwar mittels Sexuallockstoff. Das macht die Viecher so was von scharf, dass sie sich ins Küberl verkriechen. Angeblich ist diese Methode völlig unschädlich für Mensch, Tier und Autolack. Halt nur für den fiesen Falter nicht. C. W.


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