TIER DER WOCHE

Nackte Sachen


PETER IWANIEWICZ
Stadtleben | aus FALTER 18/04 vom 28.04.2004

Nacktheit ist ebenso unziemlich für den Geist wie für den Leib, und es erhöht das Ansehen von Benehmen und Handeln eines Menschen nicht wenig, wenn er sich nicht allzu offenherzig zeigt", meinte der Philosoph Sir Francis Bacon in seinem Essay "Über Verstellung und Heuchelei". Diesen hat sicherlich auch der Direktor einer oberösterreichischen Schule gelesen. Nur bei der Formulierung ähnlicher Gedanken reichte er nicht an sein Vorbild heran, sondern es entfuhr der Ohlsdorfer Direktorenkehle vielmehr ein derbes Bellen: "Ich habe es satt, dass viele Schülerinnen quasi halb nackt in den Unterricht schlurfen." Also ließ er per Lehrerkonferenz folgende Kleidungsverbote beschließen: bauch- und rückenfreie T-Shirts ebenso wie Hosen, die Unterwäsche eher freilegen als verdecken, und überlange (?) Jeans.

Der Mann hat in der Sache aber grundsätzlich Recht, denn am Anfang menschlicher Zivilisation stand die Erfindung der Kleidung, die es uns erlaubte, auch außerhalb des warmen Klimas Ostafrikas

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