EU: Freibier für alle


ARMIN THURNHER
Vorwort | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Nach dem 1. Mai, vor der Wahl zum EU-Parlament: Die Lage ist berauschend ernüchternd. 

Die Kontinentalverschiebung im Lokalaugenschein, die EU-Erweiterung persönlich betrachtet: Für den Teilzeit-Waldviertler boten sich dazu kleine tschechisch-österreichische Grenzübergänge an. Am Vorabend des 1. Mai nahmen wir den zwischen Oberthürnau und VrateÇnín in Südmähren. Es gab Film und Freibier, ein Feuer samt symbolischer Hexenverbrennung (Vertreibung der historischen Gespenster) und jede Menge Ansprachen. Die Wucht des historischen Augenblicks wurde einem erst nachdrücklich bewusst, als niemand einen Pass sehen wollte. Die tschechischen Zöllner lachten fröhlich. Aus der offenen Tür der Grenzstation drangen Partygeräusche.

  Das hatte man schon anders erlebt. Das weiße Licht der Grenzstationen und die knitterfreien, vor jedem Lächeln gefeiten Gesichter der Grenzer bleiben unvergessen. Sie zeigten dem Besucher den stahlgrauen Blick des Kommunismus und

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