Satellit Europa?

Vorwort | RAIMUND LÖW | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

AUSLAND Ein einiges Europa könnte den USA Konkurrenz machen. Was es einen könnte, wäre nicht Rüstung, sondern Sozialpolitik. 

Zbigniew Brzezinski, der scharfsinnige frühere Sicherheitsberater Jimmy Carters, hat die Länder Westeuropas gerne als Satellitenstaaten der USA bezeichnet. Für europäische Ohren klang das unerhört, hielt man eine derartige Unterordnung doch für eine Besonderheit des Ostblocks. Militärisch ist die amerikanische Übermacht heute noch größer geworden. Auch der neuen EU wird noch einige Zeit die Schlagkraft fehlen, um Alternativen zum jeweiligen amerikanischen Kurs zu verfolgen. Auf Dauer wird ein europäischer Staatenbund, zusammengehalten durch zahlreiche Gemeinschaftsorgane, unvermeidlich beginnen, eigene weltpolitische Interessen zu vertreten. Die Supermacht USA wird zwar weiter die zentrale Achse der internationalen Politik bleiben. Aber die Zeiten, in denen die Europäer nur Satelliten waren, sind vorbei. Washington tut sich mit der nun erforderlich


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