Rosa-lila Rathaus

Vorwort | CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

KOMMENTAR Im SPÖ-Entwurf für ein Wiener Antidiskriminierungsgesetz fehlt das Thema "sexuelle Orientierung" total. 

Die Anerkennung aller Partnerschaften sei "eine Frage der Fairness, Gerechtigkeit und Ehrlichkeit", warb der SPÖ-Präsidentschaftskandidat Heinz Fischer noch vor der Wahl in den entsprechenden Medien um die Stimmen von Lesben und Schwulen. Da soll er mal schön für Anerkennung sorgen, der Herr Bundespräsident! Auch die Bundes-SPÖ tritt für die rechtliche Gleichstellung von nichtehelichen Lebensgemeinschaften, für die Einführung der eingetragenen Partnerschaft und die Schaffung eines "wirksamen Antidiskriminierungsgesetzes" ein.

  Aus der Opposition heraus lässt sich's leicht lästern: Das wenig ambitionierte Antidiskriminierungsgesetz der blau-schwarzen Bundesregierung, das diese vor wenigen Wochen als EU-Hausaufgabe vorgelegt hat, kritisierte die Bundes-SPÖ ebenfalls heftig. Im Wiener Rathaus, wo die Sozialdemokraten die absolute Mehrheit halten, gibt man sich

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