WAS WAR/KOMMT/FEHLT

Politik | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

WAS WAR

Rote Nachwehen Offiziell wurde Caspar Einem deshalb nicht SP-Spitzenkandidat für die Europawahlen, weil ihn Bürgermeister Michael Häupl als linkes Aushängeschild in Wien brauche. Inoffiziell erzählen Genossen aus der Umgebung von Parteichef Alfred Gusenbauer eine andere Version: Die dominante Wiener Landesgruppe habe gedroht, sie werde im Wahlkampf "kein Ohrwaschl rühren", wenn "ihr" Europaparlamentarier Hannes Swoboda nicht die Liste anführe. Wie üblich setzten sich die Wiener durch. Doch Einem revanchierte sich: Noch vor der Präsentation plauderte er die Kandidatenwahl gegenüber der APA aus - und stahl Swoboda die Show.

WAS KOMMT

Opposition für Brüssel Breite Auswahl für Euroskeptiker bei der EU-Wahl: Die KPÖ tritt als "Linke - Opposition für ein solidarisches Europa" an und setzt auf die Themen Arbeit, Privatisierungsstopp und EU-Verfassung. Der ehemalige SP-Europaabgeordnete Hans-Peter Martin möchte als Fraktionsloser kandidieren und seinen umstrittenen Kampf gegen das "Spesenrittertum" fortsetzen. Die FPÖ schickt zum zweiten Mal den Umweltexperten Hans Kronberger ins Rennen. Mit dem Slogan "Wir haben euch nicht belogen" möchten die Blauen EU-Verdrossene daran erinnern, dass sie 1995 gegen den Beitritt zur Union waren.

WAS FEHLT

Mitdenken in der FPÖ In einem Buch über die FPÖ analysiert ORF-Redakteur Berndt Ender die Ereignisse rund um Knittelfeld - und fördert bislang unbekannte Details über den blauen Aufstand zutage. Etwa: Warum hat Kurt Scheuch ein zwischen Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer und Jörg Haider akkordiertes Papier auf der Bühne zerfetzt? Delegierte aus Kärnten bestätigen, dass Haider Scheuch gebeten hatte, den Inhalt des Papiers zu "zerreißen". Sein Landesgeschäftsführer nahm den Befehl des Chefs aber allzu wörtlich - und ging als "Reißwolf von Knittelfeld" in die Geschichte ein. "Der Jörg-Haider-Faktor und das Ende der Blauen" ist bei Kremayr & Scheriau erschienen und kostet 16 Euro.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige