SCHWARZ-BLAUE STEUERREFORM

Sparefroh als Schuldenmacher

Politik | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Der Finanzminister in der Doppelmühle: Erst wurde Karl-Heinz Grasser kritisiert, dass die Steuerreform für den Bürger zu wenig abwerfe. Jetzt kassiert er Prügel, weil diese die Staatskasse zu sehr belaste. Größer als geplant werde das Loch im Budget geraten, gab KHG vergangene Woche zu. Nächstes Jahr rechnet er mit einem Minus von zwei Prozent. Keine Rede mehr vom Nulldefizit.

  Den Zwei-Fronten-Krieg muss Grasser deshalb kämpfen, weil seine Steuerreform eine Schlagseite hat. Obwohl der Staat immerhin auf Einnahmen von drei Milliarden Euro verzichtet, spürt der "kleine Mann" davon wenig. Zwar wird jenen Österreichern, die weniger als 15.770 Euro brutto jährlich verdienen, die Lohnsteuer erlassen - sofern ihr Einkommen nicht so gering ist, dass sie schon bisher keine Steuern zahlten. Jedoch können diese Senkungen die Belastungen der vergangenen Jahre für viele bestenfalls kompensieren. Manche Leute werden unterm Strich sogar draufzahlen, weil sie seit heuer mehr für die Krankenversicherung


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