"Gröbliche Missachtung"

Politik | FLORIAN KLENK | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

POLIZEI Ein neues Urteil und ein Untersuchungsbericht bestätigen: die Polizei agiert menschenrechtswidrig. Die Konsequenzen daraus? Keine. 

Der Arzt sagt: "Egal, wer das verursacht hat; es müssen heftige Schläge gewesen sein." Er konstatiert Verletzungen an Gesicht, Schädel und Rippen. Fotos zeigen den türkischen Wirt Bayram A. schwer verletzt im Krankenhaus - mit blutunterlaufenen Augen und blauen Flecken.

  Was ist passiert? "Er ist leider gestürzt." Sagt die Polizei. Der Wirt habe die Sperrstunde missachtet und sich dann auch noch geweigert, der Polizei zu folgen (der Falter berichtete vergangenes Jahr). Wild herumgeschlagen habe der Mann. Man musste ihn deshalb bändigen. Die Justiz glaubt diese Version und stellt die Verfahren gegen die Polizei ein. Den Wirt spricht sie schuldig: Widerstand gegen die Staatsgewalt.

  Doch mehrere Zeugen wollen rassistische Beschimpfungen der Beamten gehört und harte Schläge gesehen haben. Sie berichteten von Blutlacken, in denen die Beamten


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