PRESSESCHAU

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Manchmal ist man echt froh, keine Person öffentlichen Interesses zu sein. Oder gar Politkerin. Wenn etwa News vorbeikommt, das Medium, das in den Schlafzimmern von Österreichs Politikern quasi zu Hause ist, und vorsichtig nachfragt, wie es denn so um die Ehe steht, ob der Mann fremdgeht etc. News: "Frau Magister, ich bitte Sie um Verständnis, dass ich in Ihr Privatleben eindringe. Sie sind in die Politik involviert, waren - 1998, noch während Ihrer Amtszeit als Superintendentin der evangelischen Kirche - Präsidentschaftskandidatin, gelten als ministrabel und sind nun die Chefin der Zukunftswerkstätte der SPÖ. In diesem Sinn sind Sie eine Person des öffentlichen Interesses. Werden sie in diesem Zusammenhang Fragen privater Natur beantworten?" Knoll: "Ja." Alle Achtung für diesen sensiblen Einstieg, der noch dazu so gut erklärt, warum das indiskrete Herumwühlen in Privatsachen irgendjemand was angehen könnte. Und News weiter: "Was ist passiert? Wie konnte es dazu kommen? Ihr Mann ist Religionslehrer, Sie sind Theologin, und unter diesen Voraussetzungen ist Ihre Ehe so an die 30 Jahre alt." Fragen über Fragen. Bloß, wen außer News interessiert die Scheidung von Frau Knoll eigentlich?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige