STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL LOEBENSTEIN | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Dieser Mai ist ein Monat der kleinen Filmstarts, in dem so manches nachgereicht wird, was schon im letzten Jahr eingekauft wurde. "The Cooler" (Regie: Wayne Kramer) lief im November auf der Viennale - ein altmodisch anmutender amerikanischer Independent in prominenter Besetzung (William H. Macy, Alec Baldwin, Maria Bello), der Fragen von Liebe und Loyalität in der künstlichen Glückswelt der Spieleroase Las Vegas verhandelt. Etwas zu forciert, leider: Die Geschichte des Unglücksraben Bernie (Macy), der als "Cooler" am Spieltisch Glücks- in Pechsträhnen zu verwandeln vermag, fällt gar zu sentimental aus. Bedeutungsschwangere Dialoge und schwülstige Saxofonklänge, am Ende eine etwas überstrapazierte Schicksalsvolte. Nur Alec Baldwin stiehlt als verzweifelt-brutaler Casinoboss jede Szene - ein unterschätzter Schauspieler am Höhepunkt seiner Ausdruckskraft.

  Eine andere Art "Paradies" sucht der kleine, märchenartige Dokumentarfilm "Die Geschichte vom weinenden Kamel" zu vermitteln.


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