"Gut erzählt ist nicht wahr"

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

WIENER FESTWOCHEN Short Cuts aus dem Osten: zu Besuch bei drei Regisseuren aus Ungarn, Polen und der Ukraine, deren Inszenierungen demnächst in Wien zu sehen sind. 

Als Theaterlandschaft ist die Ukraine Terra incognita. Dabei gibt es 350 Staatstheater dort, eines von ihnen leitet seit rund einem Jahr Andrej Scholdak. Der 42-jährige Schüler des Moskauer Theatergurus Anatolij Wassiljew ist eine stattliche Erscheinung, wir sitzen im Café Sperl, und Scholdak erzählt kraftvoll von den Kontroversen, die seine Inszenierungen daheim auslösen. In seinem Leinenanzug sieht er aus wie eine Tschechow-Figur, einer, der für eine neue Zeit kämpft und es dabei mit der alten ziemlich schwer hat.

  Der korrupten Regierung des seit 1994 im Amt sitzenden Leonid Kutschma ist er ein Dorn im Auge, seitdem er die postsowjetische Bühne in Charkow - einer tristen Zweimillionenstadt im Osten des Landes - leitet. Warum: Scholdak legt in seinen Inszenierungen immer wieder die Finger auf die (sowjetischen)


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