KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Wien hat zwei neue Ausstellungsorte, und beide kümmern sich um Kunstformen, die im Galeriebetrieb oft unterrepräsentiert sind. In der Himmelpfortgasse 13 hat Francesca von Habsburg einen Kunstraum mit dem Allerweltsnamen Space in Progress eröffnet, der sich bis auf einen roten Teppich im Stiegenhaus nicht von anderen Innenstadtgalerien unterscheidet. Als Kunstsammlerin in der vierten Generation gründete die Erzherzogin 2002 die Stiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (T-B A21), die sich vor allem auf zeitgenössische Medienkunst (u.a. Doug Aitken, Kutlug Ataman, Angela Bulloch) konzentriert. Die erste Schau präsentiert Videos und Installationen der Künstlerin Janet Cardiff (bis 26.6.). In den Arbeiten der 1957 geborenen Kanadierin steht weniger die visuelle als die akustische Wahrnehmung im Vordergrund: ein knisternd brennendes Haus, das Schnaufen eines Bergsteigers oder die festliche Chormusik, deren einzelne Sängerstimmen Cardiff in ihrer im Semperdepot gezeigten Audioinstallation "The Forty Part Motet" herausgefiltert hat.

  In der Lindengasse 28 in Mariahilf hat Stefan Fiedler, Betreiber des Printstudios Salon Iris, eine Galerie für digital produzierte Kunst aufgemacht. Ziel von Artbits Galerie & Edition ist die Förderung von österreichischen Künstlerinnen und Künstlern, die Fiedler im Laufe der Zeit kennen gelernt hat. Bei der Eröffnungsausstellung sind digitale Kunstdrucke auf Leinwand von Stefan Pueringer (bis 28.5.) zu sehen. Als Ausgangsmaterial dienen dem gelernten Bildhauer Fotos, die er dann pixelig auflöst und weiter bearbeitet und die man dank des verwendeten Pigmentdruckverfahrens auch für gemalte Ölbilder halten könnte.


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