Der Terror der Öffentlichkeit

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

THEATER Moderne Klassiker: Andrea Breth inszeniert einen spannenden "Don Carlos" am Burgtheater, das Volkstheater verspielt "Elisabeth von England". 

Wer, bitte, liest heutzutage noch freiwillig Schiller? "Don Carlos" zum Beispiel: 220 Seiten! 5370 Verse! Muss das sein? Eine kurze Inhaltsangabe: Der 23-jährige Don Carlos, ungeliebter Sohn des spanischen Königs Philipp II, ist in seine Stiefmutter, Königin Elisabeth, verliebt und will zugleich die Zuneigung seines strengen Vaters wiedergewinnen - eine denkbar aussichtslose Situation. Erschwerend kommt hinzu, dass sein einziger Freund, der Marquis von Posa, Carlos in ein ziemlich undurchsichtiges Komplott gegen den König verwickelt, dem am Ende beide zum Opfer fallen. Klingt kompliziert, ist es auch. Mittendrin aber stehen ganz einfache Sätze, die in dieser Umgebung umso klarer erscheinen. "Ich brauche Liebe", sagt der Prinz. "Ich bin allein", sagt der König. "Geben Sie Gedankenfreiheit", sagt Posa.

  Warum sind die sperrigen Klassiker


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