Kunst findet Stadt

MATTHIAS DUSINI | Kultur | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

KUNST Zwei Ausstellungen zeigen, wie Wien in den vergangenen beiden Jahrhunderten von Künstlern wahrgenommen wurde. Jede Modernisierung wird hier von einem Nostalgieschub begleitet. 

Im Prater blühen immer die Bäume - zumindest auf den Bildern der österreichischen Malerin Tina Blau (1845-1916), die dort ihr Atelier hatte und die grüne Idylle am Rande der Großstadt liebte. Ihre Bilder sind in der Ausstellung mit dem irreführenden Titel "Stimmungsimpressionismus" in der Österreichischen Galerie Belvedere zu sehen. Irreführend deshalb, weil die gezeigten österreichischen Maler und Malerinnen Blau, Olga Wisinger-Florian, Emil Jakob Schindler oder Rubert Russ sich zwar an französische Vorbilder anlehnten, nicht aber an die Impressionisten. Vielmehr folgten sie - spät, aber doch - den Ideen der Schule von Barbizon, die Mitte des 19. Jahrhunderts die sentimentalische Wende in der Landschaftsmalerei einleitete. Die erhabene Gebirgsformation zerbröselte zum Stück domestizierter Natur

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