"Ich glaube nicht an Tabus"

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

LITERATUR Thor Kunkel wehrt sich gegen Verurteilungen seines umstrittenen NS-Porno-Romans "Endstufe", aus dem er nun in Wien lesen wird. 

Es ist ein wenig still geworden um Thor Kunkels Roman "Endstufe", der im Vorfeld der Veröffentlichung für heftiges Rauschen im Blätterwald sorgte. Das in der Zwischenzeit bei Eichborn erschienene Buch über die dekadente Pornoindustrie der NS-Jahre interessiert das Feuilleton weit weniger als die Weigerung des Rowohlt Verlags, es zu veröffentlichen, weil der Holocaust darin nicht vorkommt. Der eigentliche Text scheint im Fall eines literarischen Skandals nur von sekundärer Bedeutung zu sein, und so waren denn auch die wenigsten Artikel über "Endstufe" von übertriebener Textkenntnis geprägt. In Wahrheit hat Kunkel kein Nazibuch, sondern einen schön geschmacklosen, wenn auch quälend langen Trashroman über die "Happy Few" im Deutschland der Vierzigerjahre geschrieben, die sich mit Bordelltouren, krummen Geschäften und dem Drehen der so genannten


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