AUFGEBLÄTTERT

Kultur | KLAUS TASCHWER | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Mag die Science-Fiction aufgrund der rasanten techno-wissenschaftlichen Fortschritte in eine Krise geraten sein, so scheint Science in Fiction beliebter denn je. Im Roman "Schattenhochzeit" von Ioanna Karystiani, die kürzlich ein Drehbuch für Martin Scorsese verfasste, tritt die Wissenschaft in Gestalt eines Aidsforschers auf: Der in den USA arbeitende Kyriakos Roussias besucht nach fast dreißig Jahren wieder seine Heimat Kreta und stößt bei seinem Kurzaufenthalt auf die Geister der Vergangenheit. Immer tiefer verstrickt sich der weltfremde Forscher in eine alte Familienfehde, die bereits sieben Tote gefordert hat. Ganz nebenbei ist der furiose Roman, der nach mehreren überraschenden Wendungen am Ende hochdramatisch wird, auch noch eine ungewöhnliche Sozialgeschichte Kretas.

  Verstärkt die Wissenschaft bei Karystiani den Kontrast zur archaischen Blutrache - die ähnlich ansteckend scheint wie die von Roussias erforschte Krankheit -, so ist sie bei Jenny McPhee der Quell für allerlei


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