STADTRAND

Günthers Glück

Stadtleben | aus FALTER 19/04 vom 05.05.2004

Angenommen, Sie besuchen eine Ausstellungseröffnung in einem städtischen Museum, und weil's grad so schön draußen ist, nehmen Sie ihr Rad, um dort hinzukommen. Sie finden wegen des großen Andrangs erst nach einigem Suchen einen Stellplatz und befestigen Ihr Fahrzeug. Bei der Vernissage haben Sie Spaß, treffen Bekannte, plaudern und nehmen einen Schluck, weil Sie aber "Anschlusstermine" haben, also Freunde treffen, essen gehen und sich anschließend "Kill Bill 2" oder so was ansehen wollen, verlassen Sie die Veranstaltung bald wieder. Doch weit kommen Sie nicht, weil nämlich jemand sein silbern funkelndes Herrenrad an Ihrem Rad befestigt hat. Einfach so. Gut, denken Sie, der wird sicher gleich kommen. Nach einer Stunde denken Sie das nicht mehr, nach weiteren dreißig Minuten Warterei beim Fahrradständer bitten Sie Museumsmitarbeiter um eine Zange, mit der Sie das fremde Schloss, das Sie am Wegfahren hindert, knacken können. Aber die Museumsleute wollen/können nicht helfen. Darum fragen Sie jetzt das angetrunkene Vernissagenpublikum, lassen sich demütigen und finden endlich einen, der einen kennt, der so ein silbernes Rad hat: "Das ist der Günther!" Nach einem Anruf bei Günther stellt sich dann heraus: Der Mann mit dem flinken Schlüssel ist "gerade weg". Sein Glück. C. W.


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